In diesem Blogbeitrag werden wir untersuchen, wie sich die Sicht auf die Natur in der westlichen Kunst verändert hat.


Im Laufe der Jahrhunderte, von der Antike bis zur Moderne, haben westliche Künstler Kunstwerke zum Thema "Natur" geschaffen, die nicht nur Landschaften wie Berge, Flüsse und Meere, sondern auch einzelne Tiere, Pflanzen, den menschlichen Körper und die natürliche Ordnung der Dinge umfasst. Im Westen haben sich mehrere Kunstschulen und Kunsttheorien herausgebildet, die mit den unterschiedlichen Sichtweisen der Künstler auf die Natur zusammenhängen.

Von der Zeit der Griechen bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die beiden wichtigsten Denkschulen, die die Natur als Gegenstand verwendeten, der Klassizismus und die Romantik. Beide Denkschulen beschäftigten sich mit der Nachahmung der Natur, unterschieden sich jedoch in ihren Zielen und Methoden der Naturnachahmung sowie in der Art der Natur, die sie zu imitieren suchten. Die zentrale Theorie des Klassizismus ist die Nachahmung der schönen Natur, und das Hauptobjekt der Nachahmung war für die Klassizisten die Natur in uns, der menschliche Körper. Sie glaubten, dass sie durch die Nachahmung der Natur letztlich ein ästhetisches Ideal erreichen könnten. Sie ahmten jedoch nicht die Natur nach, wie sie ist. Sie glaubten, dass die Natur sowohl Schönheit als auch Mängel aufweist, und versuchten daher, das Schönheitsideal auszudrücken, indem sie die schönen Teile nachahmten und die Mängel korrigierten.

Erst in der Romantik, die im 18. Jahrhundert begann, wurde die Natur bzw. die Landschaft vom Menschen als Hauptgegenstand der Nachahmung in der Kunst abgelöst. Die Romantiker sahen die Natur als ursprünglich, mächtig und vollkommen an, während der Mensch ihr gegenüber in den Hintergrund trat. Die Romantiker hatten sogar Angst davor, dass die Natur die menschliche Macht überwältigen könnte. Anstatt die Natur zu imitieren, wie sie ist, wollten sie ihre Größe betonen und stellten sie dynamisch dar, als ob sie lebendig wäre.

Mitte des 19. Jahrhunderts wandelte sich die westliche Gesellschaft von einer Agrar- zu einer vollständig industrialisierten Gesellschaft, und der Modernismus war die künstlerische Bewegung, die daraus hervorging. Die Künstler dieser Zeit zeigten eine neue Sicht auf die Natur als Reaktion auf den Wandel der Zeit. Die Klassizisten und Romantiker hatten von der Nachahmung der Natur gesprochen, zumindest in der Theorie, aber die Künstler der Moderne, die an den Fortschritt der Technik glaubten, sahen die Natur nicht mehr als Gegenstand der Nachahmung. Sie glaubten, dass die von Menschenhand unberührte Natur von Natur aus fehlerhaft sei und erobert werden müsse. Für sie waren die einzigen Objekte, die schöner waren als die Natur, diejenigen, die durch menschliche Macht geschaffen wurden. Die Künstler der Moderne nutzten die Natur als Sujet für ihre Kunst, aber sie stellten sie als etwas anderes dar, als sie in Wirklichkeit war, um die Größe des menschlichen Geistes zu zeigen.

Nach den Tragödien des Ersten und Zweiten Weltkriegs lehnten sich die zeitgenössischen Künstler im Westen gegen die modernistische Sicht der Natur auf, die für eine Vermenschlichung der Natur eintrat. Vor allem ökologische Künstler forderten eine Rückkehr zur Natur, um eine von der wissenschaftlichen und technischen Zivilisation verwüstete Welt zu heilen. Sie glaubten, dass das rationale Denken des Menschen das Wesen der Natur nicht vollständig erfassen kann, und suchten nach einer friedlichen Beziehung zwischen Mensch und Natur durch Kunst, die die Natur nachahmt. Die Nachahmung ökologischer Künstler zielt jedoch nicht darauf ab, die Natur so zu reproduzieren, wie sie ist, sondern vielmehr die Werte und den Geist der Natur nachzuahmen. Sie glaubten, dass wahre Kunst eine Kunst ist, die so perfekt mit der Natur harmoniert, dass sie wie ein Produkt der Natur erscheint, obwohl sie von Menschenhand geschaffen wurde.